Hospiz-Einblicke für Medizinstudenten

Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig

Jedes Jahr wird Medizinstudenten des 5. Semesters der Universität Leipzig ein Einblick in die Hospizarbeit vermittelt. Das geschieht im Rahmen des "POL-3-Praktikums Hospiz".* Dieses Praktikum können die Studierenden bei uns im Hospiz ADVENA in Leipzig absolvieren.

Zum Praktikums-Ablauf: Innerhalb von vier Wochen besuchen drei Gruppen/Woche mit je 15 Studenten unser Hospiz ADVENA in Leipzig. Eine der beiden Palliativmedizinerinnen unseres Hospizes (Frau Dr. Weiler oder Frau Dr. Müller) sowie die Einrichtungsleiterin (Carmen Krupper) bzw. unsere Sozialarbeiterin (Annette Müller) sind dann jeweils als Ansprechpartnerinnen vor Ort. Sie informieren über ärztliche, aber auch die pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Tätigkeiten in unserem Haus und stellen sich den Fragen der Studenten.

Es geht es bei diesem Praktikum weniger um Fakten und Zahlen. Die Studenten erfahren vor allem, wie die Mitarbeiter des multiprofessionellen Teams Hand in Hand zusammenarbeiten und welch unerlässliche Unterstützung die ehrenamtlichen Hospizhelfer in unserer Einrichtung sind. Viele Fragen werden dazu beantwortet und somit auch Berührungsängste mit der Thematik Palliativmedizin abgebaut.

*POL = Problemorientiertes Lernen

 

Erfahrungsbericht

von Eva Goldammer und Pauline Mager,
Studierende der Kultur- und Medienpädagogik/Hochschule Merseburg über ihr Projekt im Hospiz ADVENA: „Mythen und Weisheiten“/Radioprojekt, Februar 2015


"Gemeinsam mit meiner Kommilitonin Pauline habe ich im Februar 2015 für einige Tage die alltäglichen Abläufe im Hospiz ADVENA miterleben dürfen.
Wir studieren „Kultur- und Medienpädagogik“ an der Hochschule Merseburg. Für unser Modul „Didaktik der kulturpädagogischen Arbeit“ wollten wir uns mit einem sozialen Bereich auseinandersetzen, der für uns bis dahin völliges Neuland bedeutete. So hatten wir zunächst nur eine vage Vorstellung von der Einrichtung „Hospiz“ und sahen unserem ersten Tag mit einer neugierigen und gleichzeitig ungewissen Erwartungshaltung entgegen.

Sehr bald erkannten wir, dass unsere erste medienpädagogische Projektidee im Hospiz ADVENA kaum umsetzbar sein wird. Weil Gesundheit und Wohl der Bewohner dort eine solch hohe Priorität haben, gestaltet sich jeder Tag ganz individuell. Eine kaum abschätzbare Alltagssituation in der es schwierig ist, ein studentisch strukturiertes Arbeitsziel umzusetzen.
Da wir die Arbeit in unserem Seminar ohne genaue Vorgaben gestalten durften, entschieden wir, uns dem Hospiz ADVENA ganz offen hinzugeben – frei nach dem Motto „Unsere Zeit im Hospiz“. So haben wir uns bewusst Zeit genommen für ein Spüren, Wahrnehmen, Erleben und Reflektieren der dortigen Umstände. Auf diese Art und Weise haben wir die Einrichtung erkundet, mitsamt ihrer anspruchsvollen Aufgabe und der sich daraus ergebenden Situation.

Christine Ose, die Seelsorgerin im Hospiz, hat sich dabei sehr viel Zeit für uns genommen. Mit ihren vielen lehrreichen Geschichten und unseren Spaziergängen durch das Haus hat sie uns wunderbar begleitet. Gemeinsam mit ihr haben wir den Bewohnern Kaffee und Kuchen serviert und durften bei verschiedenen alltäglichen Abläufen anwesend sein. Auch das Sockencafé haben wir besucht: Ein entspannter Nachmittag in angenehm lustiger Gesellschaft, mit viel gutem Kuchen zwischen all den Wollknäueln.
Ich habe es als sehr rührend empfunden, mit wieviel Hingabe die Menschen im Hospiz ihrer Arbeit nachgehen und welche Rücksicht und Aufmerksamkeit sie untereinander beziehungsweise im Austausch mit den Bewohnern hegen. Für mich ist das Hospiz ADVENA einer der ganz wenigen Orte, an denen die Zeit ihrer, nach meiner Sicht, wahren Wertschätzung nachkommt. Jede gelebte Sekunde ist enorm kostbar.

Und weil das bewusste und intensive Erleben des Moments heute viel zu oft zu kurz kommt, war es für mich ein sehr persönliches und wohltuendes Erlebnis, ein Gast im Hospiz ADVENA zu sein.

Vielen Dank für die Zusammenarbeit!"

Eva Goldammer



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